Alfred Lang

University of Bern, Switzerland

Conference Presentation 1990  

Die semiotisch-ökologische Perspektive:

Thesen zur Grundlegung der Psychologie in Genesereihen

1990.06

@SemEcoPro @EcoPersp @CuPsy @PhiSci

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Vortragsvorlage, Psychologisches Kolloquium, Univ. Bern, 13.12.90, revidierte Fassung: 21.2.1991

© 1998 by Alfred Lang

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Inhalt

   

Es handelt sich um die erste öffentlich Bekanntmachung des Entwurfs einer Semiotischen Ökologie, welche seit dem Sommer 1989 im Anschluss an erste Peirce-Lektüre entwickelt worden war.

Natürlich wurden im Kolloquiumsvortrag nur ausgewählte Thesen (insbesondere 2, 3, 6, 7, 9-12, 13-14, 20, 21-24) besprochen und einige weitere, um den Zusammenhang ahnbar zu machen, gestreift. Die Teilnehmer erhielten eine Tischvorlage mit den 26 (hier grösser gedruckten) Thesen und der Zusammenfassung sowie Erläuterungen zu den Begriffen ökologisch, semiotisch und Genesereihen. Weitere Einblicke in Aspekte des Ansatzes geben Lang 1990, in press a und b sowie Slongo 1990.


Ziel, Einstieg
Vorbemerkungen zum Vortrag
Die Grundgedanken vorweg

 I. Wissenschaftstheoretische Grundlegung der semiotisch-ökologischen Perspektive

II. Psychologisch-ökologische Durchführung des semiotischen Ansatzes imallgemeinen (Kernthesen)

III. Eine Auswahl von näheren allgemeinen Bestimmungsstücken semiotisch-ökologischer Psychologie

IV. Inhaltliche Ausführung ökosemiotischer Psychologie unter Konzentration auf externe Strukturen

ZUSAMMENFASSUNG

Literaturangaben


 

Ziel

Eine Psychologie wird programmatisch skizziert, welche den Informationsaustausch von Lebewesen mit ihrer Umgebung zum Thema hat. Der Ansatz heisst ökologisch, weil er analog der allgemeinen Biologie auf das übergeordnete System Mensch-Umwelt gerichtet ist. Als semiotisch kann er bezeichnet werden, weil Voraussetzung, Vorgang und Ergebnis jeden Informationswechsels als Zeichenprozesse begriffen werden sollen.

Der Ansatz entgeht, so glaube ich, ohne dem Nominalismus zu verfallen, dem Leib-Seele-Problem, weil die psychische Organisation als ein Inbegriff von Zeichen und Zeichenprozessen unvermeidlich in materiell-energetischen und historisch einmaligen Formationen erscheint, also weder rein materiell noch rein geistig sein kann. Die semiotische Logik wird an Prozessen des Informationswechsels zwischen Entitäten wie Menschen und ihre Umwelt bzw. Teilen davon empirieorientiert vollzogen und erhält damit notwendig einen evolutiven Charakter.

  Inhalt

Einstieg

Je länger ich mich mit Psychologie beschäftige, desto unverdrängbarer ist der Wunsch geworden, einmal von vielen Denkgewohnheiten, die unser wissenschaftliches Tun bestimmen, abzusehen und gewissermassen eine Psychologie von anfang an aufzubauen. Es ist angezeigt, einige späte Erkenntnisse auszuwerten, um früh getroffene Ansichten zu überprüfen und deren Folgen zu vermeiden.

Einer solchen Überprüfung ganz besonders bedürftig ist das Problem der Einheiten, über welche wissenschaftliche Aussagen gemacht werden können. Die Rolle, welche die menschliche Perzeption und Kognition -- also auch die des Forschers -- bei der Aussonderung von Einheiten spielt, ist im Gefolge von Kant zwar von Wahrnehmungsforschern aufgezeigt, in der Praxis der Forschung der wissenschaftlichen Forschung aber nicht ernstlich berücksichtigt worden. Unsere Weltsicht oder Forschungshaltung ist entstanden, bevor über Funktionen wie Perzeption und Kognition einigermassen realistische Einsichten bestanden haben. Zudem verleugnet bis heute die breiteste Mehrheit der Forscher gerade solche Einsichten, indem sie glaubt, es seien Reize absolut und unabhängig von der Wahrnehmung zu definieren, und damit in der Folge zirkulär argumentiert. Wir müssen also die uns von unserer Wahrnehmung und Begrifflichkeit vorgeschlagenen Einheiten (beispielsweise eben sog. Reize oder den Organismus oder das Individuum und viele andere mehr) als vorläufig betrachten und uns bemühen, Einheiten so zu bilden, dass sie als die wirklichen, dh mit dem schönen Wortspiel von Kurt Lewin (1936) als die wirkenden, nachgewiesen sind. Ähnlich wie sich nach Wittgenstein die Bedeutung der Wörter der Sprache nur aus ihrem Gebrauch bestimmen lässt, sollten die Entitäten, deren Wirkungszusammenhänge gesucht sind, nicht nach unserem ersten Eindruck oder ihren Wirkungen auf uns, sondern aufgrund ihrer Wirkungen untereinander bestimmt werden. Das schliesst die andere Einsicht nicht aus, dass Wissenschaft ganz und gar auf menschliche Wahrnehmung und Kognition abstellen muss. Sie möchte diesen Funktionen freilich nicht erliegen, sondern in einer sekundären Attitüde so weit wie möglich darüber hinausreichen, um der Eingebundenheit der Menschen in eine umfassendere Welt besser gerecht zu werden.

 

Vorbemerkungen zum Vortrag

Wissenschaft ist eine seltsame Verbindung von Phantasie mit Buchhaltung

Mein Eindruck, dass in der Psychologie die Bilanz nicht aufgeht und dennoch (oder erst recht?) die Buchhaltung überhand genommen hat

Einladung, einmal zwei Stunden der Phantasie zu folgen

Das ist nicht ganz aus blauem Himmel, sondern entspringt langjährigen Orientierungsversuchen; aber das Buchhaltungssystem (die Methodologie) ist nocht nicht voll ausgebildet

Mein Gefühl 1989/90 auf einem Pass oben angekommen zu sein, wo ich allmählich zunehmend mit Gefälle rechnen kann

Ich kann viele Fäden zusammenziehen, habe sie einigermassen entwirrt, aber noch nicht zu einem Teppich gewoben

Jetzt und in einer Stunde am angemessensten in Thesenform behandeln

Erscheint vielleicht als loses Mosaik, aber es besteht ein innerer Zusammenhang wie bei den sichtbaren Bergesgipfeln mit ihrem Gebirge

Sie werden teils Vertrautes wiedererkennen, teils völlig Abstruses, auf den ersten Blick, zu verstehen versuchen müssen

Dank an die früheren und vor allem die gegenwärtigen Mitarbeiter, die meinen oft schwer verständlich und abwegig erscheinenden Gedankengängen nicht nur geduldig zugehört haben, sondern manches geschickt widergespiegelt und weitergeführt; manchmal auch Feuer gefangen haben.

Wohin die Reise führt, wissen wir alle nicht; aber sie scheint uns interessant

 

  Inhalt

Die Grundgedanken vorweg

Lassen Sie mich einleitend und vorläufig die drei zentralen Gedanken skizzieren, die auch Eingang in den Titel unseres Programms gefunden haben:

 

Ökologisch: Die Idee, dass ich die "Seele" nicht mehr nur im Menschen (im Kopf) suche, sondern auch in seiner Umwelt, genau genommen in vom Psychologen konstruierten Systemen, die aus Zeichen bezüglich Menschen und ihrer Umwelt gebildet sind.

 

Semiotisch: Die Idee, die Lebewesen (Menschen) und die (natürliche und kulturelle) Welt in der sie leben, sei nichts als ein System von Zeichen.

Ich stelle diese Idee in zwei Etappen dar, einer negativen und einer konstruktiven:

a) Unter gewissen Voraussetzungen können in der Welt Gegebenheiten aufeinander einwirken, ohne dass die Wirkung durch (klassisch-) naturwissenschaftliche Gesetze vollständig abgedeckt wäre.

Wolfgang Pauli hat auf die Tatsache hingewiesen, dass kein Naturgesetz je formuliert worden ist, welches darüber bestimmt, wie der Physiker sein Experiment aufbaut; insofern er eine "freie Wahl" darüber hat, geht "der psychische Zustand des Beobachters in die Gesetze der Quantenmechanik wie in die der klassischen Physik ein". Pauli nennt diese Komponenten der Erkenntnis "irrational" und meint, Naturwissenschaft sei ohne solche nicht denkbar; naturwissenschaftliche Sätze klängen nur deshalb rational, weil ihre irrationalen Elemente nie erwähnt würden (dargestellt nach Primas 1990b; vgl. auch Laurikainen 1988).

Wenn das auch nur sehr prinzipiell richtig ist, dann ist es unsinnig, weil zirkulär, ein Programm für eine Psychologie zu machen, welche auf einen physikalistischen Reduktionismus abzielt, die Psychologie also strikt naturwissenschaflich (im traditonellen Sinn) denkt.

Sie werden sagen: das tun ja die meisten von uns nicht mehr, zB seit der kognitiven Wende der Psychologie. Ich kann dem nur halb zustimmen. Gesucht ist eine komplementäre (Bohr, etc.) Sicht, nicht eine ganz andere.

Sie werden mir zustimmen, dass kein Naturgesetz erklären kann, warum Sie alle jetzt hier versammelt sind; anderseits muss dabei alles mit rechten Dingen, dh im Rahmen der Naturgesetze, zugegangen sein. Wenn Sie mit Hinweisen von der Art, irgendetwas Psychisches habe Ihre physische Masse in Bewegung gesetzt, zufrieden sind, dann wird mein Vortrag Sie langweilen. Andernfalls hoffe ich auf Ihr Interesse.

b) Die traditionelle zweistellige Verursachungslogik (etwas bewirkt etwas) kann nämlich als ein Spezialfall eines dreistelligen Bedingungsverständnisses gesehen werden: Was immer jemand antrifft, kann über seine physische Eigenart hinaus auch zeichenhaft sein, dh für denjenigen, der es antrifft, spezifische Bedeutung haben oder auf etwas Drittes (nicht bloss etwas Zweites) verweisen.

Voraussetzung der Semiotik ist also, dass man Gegebenheiten antreffen kann, deren Sosein nicht ein-eindeutig aus dem Sosein eines anderen Gebildes erklärt werden kann (das ist die traditionelle Struktur der Naturgesetze, und man hat lange gemeint, das ginge überall und immer).

Beispiel nach Pauli: der Aufbau eines (physikalischen) Experiments: man könnte die Meinung vertreten, dieses sei durch ein gegebenes Entwicklungsstadium der Wissenschaft eindeutig bestimmt; natürlich ist das unsinnig, weil genau in seinen freien Entscheidungen darüber der Forscher den weiteren Lauf der Wissenschaft beeinflussen kann.

In solchen Fällen zumindest muss man auf eine allgemeinere Bedingungsauffassung zurück- oder ausgreifen. Ich glaube, dass in der Semiotik im Anschluss an C.S. Peirce (1988; 1990) eine solche angelegt ist. Eine gute Semiotik kann aus dieser Schwierigkeit hinausführen, ein geeignetes Konzept von Bedeutung. Ich möchte aber nicht, wie Pauli dies in Kooperation mit C.G. Jung versucht hat, die Bedeutung im bewussten oder unbewussten Erleben suchen.

Unglücklicherweise segeln unter dem Stichwort "Semiotik" eine beträchtliche Zahl von heterogenen Begrifflichkeiten, nicht selten wenig mehr als terminologische Spiegelfechtereien. Aber Semiotik ist eigentlich nichts anderes als die allgemeine Logik der Darstellungen. Sie tritt, vereinfacht gesehen, in zwei Varianten auf: einer dyadischen in der vorwiegend linguistischen Tradition ausgehend von Saussure (etwas bedeutet etwas), und einer triadischen in der eher philosophischen Tradition ausgehend von Peirce (etwas bedeutet etwas für etwas oder jemanden). Manchmal bezeichnet man die erste als Semiologie, die zweite als Semiotik (vgl. Nöth 1985).

 

Genesereihen: Der dritte Titelbegriff des Vortrags ist ebenfalls wissenschaftstheoretischer Natur. Er stammt wie der Vorschlag, die Psychologie ökologisch anzulegen, von Kurt Lewin, und ist nicht leicht zu erklären (vgl.auch Lang 1990). Ich werde deshalb auch ein Vorverständnis zu vermitteln suchen und ihn im Vortrag eher implizit unterbringen.

Um das Verständnis wenigstens zu erschliessen, möchte ich sagen, dass es um die innere Verbindung von Ursache oder Bedingung und Wirkung bzw. erklärungsbedürftiger Erscheinung geht. Explikat einer Erscheinung kann nach Lewin nur etwas sein, woraus die Erscheinung existentiell hervorgeht oder welches zumindest zwischen der Ursache und der Erscheinung existentiell, eben in einer Genesereihe, vermittelt.

Wenn ich den Fall eines Apfels einer Äpfel fallen lasen könnenden Gottheit oder einer dem Apfel innewohnenden Fallhaftigkeit zuschreibe, habe ich zwar auf das wahrscheinliche Verhalten des Apfels hingewiesen, es aber so wenig gültig erklärt, wie wenn ich intellektuelle Entwicklung auf die Zunahme des Lebensalters zurückführe.

Erfinde ich Konzepte wie Masse und Beschleunigung und bringe sie in einen Zusammenhang, genannt Gravitation; so habe ich Genesereihen bezüglich des fallenden Apfels und seines Umfeldes konstituiert, welche den Ort, den der Apfel zu irgendeinem Zeitpunkt einnimmt, erklären.

Erfinde ich Konzepte wie Reifung, Sozialisation, Lernen, Bildung, etc., so habe ich wohl auf bedeutsame Rahmenbedingungen für das übliche Klügerwerden des älteren Kindes hingewiesen, aber ich habe keine Genesereihe konstituiert, in der die Leistungen oder gar die Fähigkeiten des jüngeren und des älteren Kindes ihren Platz finden.

Eine etwas vereinfachte, nominalistische Version des Genesereihen-Posulats fordert, dass Explikat und Explanandum wenigstens in der gleichen Begrifflichkeit stehen müssen (Lewin 1927).

Wir haben in der Psychologie, wenn überhaupt, nicht viele Erklärungen im Rahmen von homogenen Begrifflichkeiten oder gar geklärten Genesereihen. Oft operieren wir nicht viel klüger als der Laie angesichts von Uri Gellers Löffelbiegekunst: wir erfinden eine geheimnisvolle (hier parapsychologische-telekinetische) Kraft. Den Zaubertrick des Gebogenwerdens des Löffels durch die Hand Uri Gellers sollten wir herausfinden!


  Inhalt

I. Wissenschaftstheoretische Grundlegung der semiotisch-ökologischen Perspektive

1. Perspektivität -- Komplementarität:Erkenntnis ist immer perspektivisch, dh es kann nur Sichten auf die Welt geben. Sie ist dennoch nicht beliebig, sondern bedarf idR mehrerer einander komplementärer Betrachtungsweisen, dh sowohl möglichen wie notwendigen, aber nicht zugleich durchführbaren Auffassungen oder Theorien. Jede Auffassung bedarf der nachvollziehbaren Bindung an Vorgefundenes

1.1. Wenn wir verstehen wollen, wie die "Welt" funktioniert, sollten wir uns stets im Klaren sein, dass es nur Sichten auf die Welt geben kann, deren jede einen bestimmten, ein Stück weit beliebig gewählten, doch stets von den menschlichen Erkenntnismöglichkeiten eingegrenzten Standpunkt (Forscher, Forschergemeinschaft) voraussetzt.

1.1.1. Kant

1.1.2. Bohrs Komplementarität

1.1.3. Moderne Quantenmechanik

1.1.4. Unter welchen Bedingungen sind komplementäre Ansätze je für sich brauchbar, wann nur in ihrer Gesamtheit?

 

2. Psychologie von aussen her:Psychologische Erkenntnis ist bezüglich ihrer Perspektivität besonders heikel, weil der Erkenntnisbereich mehr als in anderen Wissenschaften mit den Erkenntnismitteln zusammenfällt. Empfehlenswert ist daher, eine Psychologie von aussen her zu betreiben, dh unabhängig vom privaten Erleben der Untersuchungspersonen. Natürlich ist sie auf das Erleben des Forschers angewiesen; denn Erkenntnis ist notwendig primär ein Erlebnis des Forschers, erst sekundär ist sie zeichenhaft vermittelbar.

2.1. Bei der Suche nach geeigneten Standpunkten für Forscher(gemeinschaften), welche verstehen wollen, wie der Mensch in dieser Welt "funktioniert" (-->Psychologen), muss besonders ausdrücklich darauf geachtet werden, inwiefern und auf welche Weise wir von den menschlichen Erkenntnismöglichkeiten abhangen. Die Eingeschlossenheit menschlicher Erkenntnis in den Menschen gilt allgemein; sie ist besonders heikel bei der Erkenntnis über den Erkennenden. Es dürfte also lohnen, bei der Betrachtung des Menschen in der Welt nicht der Eigengesetzlichkeit der eigenen Wahrnehmung z u verfallen.

2.2. Nimmt man entsprechende Ergebnisse der Wahrnehmungspsychologie und der Erkenntnistheorie ernst, so ist es höchste Zeit, die Einteilung der Welt nicht naiv nach unserer perzeptiv-kognitiven Organisation zu vollziehen, sondern zwischen ihrer denkmöglichen Einheitlichkeit und sehr weitgehenden Mannigfaltigkeit solche Einheiten herauszugreifen, denen Wirkungen auf andere solche Einheiten eindeutig nachgewiesen werden können.

2.3. Ich wähle deshalb bewusst die Perspektive einer Psychologie von aussen. Auch Erlebnisse, Vorstellungen Gedanken, Gefühle, Motive eines Lebewesens sind im später erläuterten Sinn Gebilde: sie können unterschieden werden und man kann ihnen Wirkungen zuschreiben. Unangenehm ist allerdings, dass sie jeweils ausschliesslich in einem Lebewesen eingeschlossen vorkommen und nicht unabhängig gerade von ihren Wirkungen aufgezeigt werden können. Als Klasse von Gebilden, mit denen (öffentliche) Wissenschaft gemacht werden kann, sind sie deshalb wertlos.

2.4. Private und öffentliche Erkenntnis: Erkenntnis ist zunächst persönlich und privat; ihre Weitergabe bedarf eines Mediums. Das sog. epistemisches Subjekt ist eine irreführende Fiktion.

2.5. Ob Psychologien von innen, basierend auf Erlebnis bez. verbalen Erlebnisberichten, möglich und durchführbar bzw. nachvollziehbar sind, kann offen bleiben.

 

3. Wirklichkeit:Es muss offenbleiben, ob die Wirklichkeit einheitlich oder ob sie die Mannigfaltigkeit ist, in der sie uns erscheint, oder ob sie noch ganz anders gegliedert ist. Denn "wirklich ist was wirkt" (Lewin). Obwohl Erkenntnis nur durch erkennende Individuen möglich ist, empfiehlt sich für nicht-private Zwecke der Erkenntnis, die Gebilde in der Welt (Einheiten) nicht in erster Linie durch ihre Wirkung auf uns, also durch unsere Wahrnehmung, sondern aus ihrer Wirkung aufeinander, zu bestimmen.

3.1. Mit dem Ausdruck "Gebilde", den ich von Lewin übernehme, sind also die mannigfaltigen (auch wenn die Welt ein Sein wäre, erscheint sie uns als eine Mannigfaltigkeit von Seienden?) Gegebenheiten (in) der Welt gemeint; natürlich nur die, die ich (direkt oder indirekt mittels Medien) antreffen kann, wenn man will die Gegenstände der Forschung. Aber die wirklichen Gegenstände sind Fiktionen, wie die "Dinge an sich". Gebilde sind vielmehr "der Grenzwert einer Folge von Darstellungen" (Pape in Peirce 1988, S.34).

3.2. Eine grundlegende Eigenschaft menschlicher Wahrnehmung ist das Figur-Grund-Prinzip: Es besagt, dass unsere Erkenntnis die Einteilung der Welt verhältnismässig unabhängig davon vornimmt, wie die Welt tatsächlich gegliedert ist. Da viele Gliederungen der Welt möglich sind und keine von ihnen jede andere gänzlich überragt, ist angezeigt, den Gesetzen der Wahrnehmung nicht zu verfallen.

3.3. Um Erkenntnis vom jeweiligen Betrachter relativ unabhängig zu machen, ist es angezeigt, dessen Einteilung der Welt für sehr vorläufig zu halten; besser ist es, die (wahrgenommene) Figurhaftigkeit des Angetroffenen in Frage zu stellen und von Gebilden zu sprechen, von denen gezeigt werden kann, dass sie andere Gebilde beeinflussen bzw. sich von andern solchen beeinflussen lassen.

3.4. Raum und Zeit sind eher "Abgrenzungshelfer" für als Konstituenten von Wirklichkeitsteilungen

3.5. Die Wirklichkeit für die Wissenschaft sind also vom Forscher aufgezeigte Relationensysteme von Gebilden, die ein Betrachter nachvollziehen kann. Die Gebilde sind den aufzeigbaren Wirkungen sekundär.

3.6. Oberbegriff: Entitäten sind das, was andere Entitäten beeinflussen kann. Der Begriff ist durch ein methodisches Axiom (?) konstituiert: definiere Entitäten so, dass Du den Einfluss zwichen Entitäten maximal gut verstehst.

Beispiele für maximal gutes Verständnis wären: eine perfekte Korrelation; Aufklärung von nahezu der gesamten Varianz einer Variablen.

3.6.1. Gebilde: was primär räumlich abgeteilt werden kann. Sie verweisen auf Zustandsschnitte in Geschehensreihen.

3.6.2. Geschehen (Geschehnis): was primär zeitlich abgeteilt werden kann. Sie verweisen auf den Wandel ovn Gebilden.

 

4. Wirkungsweisen:Für einen Forscher, der Lewesen in ihrer Umwelt untersucht, lassen sich bezüglich Wirkungen von Gebilden aufeinander wenigstens vier (besser: drei) Wirkungs- oder Relationensysteme unterscheiden:

(1) Über die Relationen "zwischen den Gebilden an und für sich" können wir nicht reden, weil schon die Gliederung der Welt in Gebilde einen Betrachter voraussetzt.

(2) Soseins-Relationenbetreffen die Wirkungen zwischen den Gebilden selbst, so wie sie einem Betrachter erscheinen; die Wissenschaftler nehmen gerne und gelegentlich etwas leichtfertig an, dass Gebilde wirklich nur gerade so aufeinander einwirken, wie es der Betrachter in den von seinem Standpunkt aus formulierten Funktionen beschreibt.

(3) Wertseins-Relationen sind die Wirkungen, die zwischen untersuchten Gebilden und ihrem Erforscher bzw. zwischen den Gebilden und anderen Personen bestehen.

(4) Daseins-Relationenbetreffen jene existentiellen Zusammenhänge unter den Gebilden, die jede bestimmte Soseins-Betrachtungsweise voraussetzen muss, wenn die ausformulierten Funktionen mehr als Schein sein sollen. Verschiedene Wissenschaftler neigen dazu, ihre jeweiligen Daseins-Annahmen für die allein möglichen zu halten, obwohl es offensichtlich ist, dass zB ein und dasselbe Ei (a) als eine Ansammlung von Stoff, (b) als ein Glied in der Kette Huhn-Ei-Huhn und (c) als ein Auslöser der Ei-Roll-Handlung beim Huhn in sehr verschiedenen Existenzzusammenhängen wirken kann. Durch unterschiedliche Daseins-Annahmen werden komplementäre Erkenntnisse über Soseins-Relationen konstitutiert. Lewin (1922) hat vorgeschlagen, Daseins-Annahmen in Form von Genesereihen zu explizieren: wenn ich zeigen kann, dass Gebilde "irgendwie auseinander hervorgehen", muss eine entsprechende Daseins-Relation besteht.

4.1. Relationen zwischen Dingen an sich.

4.2. Wissenschaft konzentriert sich fast ausschliesslich auf Soseins-Relationen, dh jene Wirkungen, von denen die Wissenschaftler gerne annehmen, dass Gebilde sie aufeinander ausüben, ohne dass ein Betrachter beteiligt sei. Wissenschaft ist generell darauf aus, Merkmale oder Eigenschaften (die den Gebilden selber zugeschrieben werden) von wenigstens jeweils zwei Gebilden unabhängig voneinander zu bestimmen und sicherzustellen, dass die Merkmale des einen Gebildes deswegen so sind, wie sie sind, weil sie durch das oder die anderen Gebilde (kausal) so bewirkt werden oder worden sind.

4.2.1. Beispiele dafür sind das riesige Korpus der Erkenntnisse der Naturwissenschaften; die (Baconianisch-)naturwissenschaftlich begründeten Techniken, sofern sie "funktionieren" (und andere Wirkungswege, wie zB sog. Placebo-Effekte, ausgeschlossen werden können), machen deutlich, dass diese Art von Umgang mit der Wirklichkeit Entscheidendes einfangen kann.

4.2.2. Angesichts der Selbstverständlichkeit dieser Soseins-Relationen in unserer Zivlisation ist es angezeigt, auf Fälle aus zu sein, welche die Erwartungen nicht erfüllen: wo also ein als solches zuverlässig erkanntes und in der folge anerkanntes und technisch genutztes Soseins-Relationensystem sich dennoch als problematisch oder gar brüchig erweist. Das klassische Beispiel dafür ist die Welle-Teilchen-Komplementarität der elektromagnetischen Erscheinungen. Eine erreichte Soseins-Darstellung gewisser Weltaspekte erweist sich freileich immer mehr zugleich als ebenso gültig wie unzureichend, der Komplementierung durch eine andere bedürftig (vgl. Wertseins-Reltionen).

4.2.3. Ein psychologisches Beispiel für problematische Soseins-Relationenforschung ist des Fechnersche Programm einer Psychophysik, das immer noch weite Teile der wissenschaftlichen Psychologie weit über die Wahrnehmungsforschung hinaus bestimmt. Demnach müsste es möglich sein, einen Reiz zu bestimmen und eine Empfindung und mittels einer psychophysischen Funktionsgleichung (für Fechner allgemein E = a log R, seither komplexere Varianten davon) anzugeben, wie die Empfindung vom Reiz abhängt. Während das Programm in seiner physiko-physiologischen Variante beschränkt auf periphere Rezeptorsysteme einigermassen erfolgreich durchgeführt werden konnte, ist das physiko-psychologische Programm Fechners an seiner Kreisschlüssigkeit gescheitert, weil die Empfindung ja bekanntlich methodisch nur als gedachtes Äquivalent einer physikalischen Darstellung erfasst werden konnte. Die Varianten von Stevens und der modernen "komputationalen" Psychophysiker sind mE ebenfalls gescheitert, weil verschiedene Methoden der Darstellung bzw. der Berechnung der Empfindung je verschiedene Gleichungen ergeben. MaW es gelingt keine Darstellung der Empfindung unabhängig vom sie angeblich verursachenden Reiz.

4.3. Wissenschaft, und ebenso Technik, ist allerdings abhängig von Wertseins-Relationen, das sind jene Wirkungen, die zwischen untersuchten Gebilden und ihrem Erforscher bestehen und eine notwendige Voraussetzung zur Formulierung von Soseins-Relationen sind. Erkenntnis ist demnach eigentlich nur vom Standpunkt eines erkennenden Individuum aus möglich; die Scientific Community beruht, wie der Name sagt, auf Kommunikation, auf Überzeugung und sanftem oder mächtigem Druck zur Übernahme einer herrschenden Perspektive.

4.3.1. In der eingangs erwähnten These von Wolfgang Pauli über die Wahlfreiheit des experimentellen Pradigmas kommt die Rolle von Wertseins-Relationen an einer Stelle zur Wirkung, wo man sie lange Zeit zuletzt vermutet hat, nämlich in der fundamentalen Grundlagenforschung. Erkenntnis wird heute noch meistens als eine Errungenschaft eines sog. epistemischen oder allgemeinen Erkenntnissubjekts hingestellt.

4.3.2. Die (theoretischen) Physiker sind sich allerdings weitgehend einig, dass die zwei komplementären (Welle oder Teilchen) Bilder oder Perspektiven der Wirklichkeit subatomaren Geschehens nicht nur möglich, sondern dass beide "für eine vollständige Beschreibung ... notwendig" sind (Primas 1990b). Die moderne Quantenmechanik geht davon aus, dass "viele komplementäre Subjekt-Objekt-Relationen nicht nur legitim, sondern notwendig zum Verständnis der Welt sind" (Feynman 1988; Primas 1990a).

4.3.3. In der Psychologie ist der Begriffs-, Methoden- und Theorienpluralismus eine gängige Erscheinung. Ich brauche deshalb darauf nicht ausführlich heruzmzureiten. Obwohl es eine offene Frage ist, inwieweit denn von den Forscher die Pluralität als eine notwendige oder nur als eine vorläufige, bei besserem Wissen schliesslich zu überwindende Erscheinung bewertet wird. Die Weigerung der meisten Psychologen, mehr als eine Perspektive zu pflegen, spricht eher für weitgehende Nichtanerkennung des in der Physik schon fast selbstverständlich gewordenen Komplementaritätsprinzips.

4.3.4. Hier wäre eingehender über das Subjekt der Erkenntnis nachzudenken: Was ist eigentlich ein Subjekt?

- Keine entscheidende Rolle des Bewusstseins

Nicht nur Bewusstsein ist subjekthaft, sondern jedes Gebilde, das nicht nur reagiert; das also fähig ist, Bedeutungen zu sammeln und zu organisieren, und das, darauf gegründet, in einem von ihm unabhängig existierenden Umfeld agieren kann. Also wohl alle komplexeren Lebewesen wie Insekten, Fische, Vögel und Säugetiere.

- Inwiefern können auch nichtlebende Dinge subjekthaft sein?

- Subjekt bei Simmel aus den Begehrungen

Bei Georg Simmel ist das Subjekt aus den Begehrungen begründet, die das Individuum nach Objekten hat (1900, Philosophie des Geldes, in GSG 6:57). Erst durch Begehrungen werde das Subjekt als Gegenüber dem Begehrten konstituiert.

4.4. Neben den Wertseins-Relationen (zwischen den andern Gebilden und einem Betrachter) und den Soseins-Relationen (zwischen den andern Gebilden selbst, so wie sie dem Betrachter erscheinen) muss auf ein drittes Relationensystem hingewiesen werden, nämlich die Daseins-Relationen. Es handelt sich hierbei um zumeist implizite Relationen zwischen Entitäten, die nach Lewin (1922) jeder Betrachter bei Erkennung von Soseins-Relationen notwendig voraussetzt und zur Konsistenzwahrung von Wertseins-Relationen auch beachten muss. In den durch Daseins-Relationen konstituierten Genesereihen kommen einerseits bestimmte Wertseins-Präferenzen (oder Freiheiten der Weltbetrachtung) des Forschers zum Ausdruck; anderseits sind Soseins-Relationen unsicher, wenn sie nicht auf Gebildekomplexe bezogen sind, deren Elemente existentiell aufeinander bezogen sind.

4.4.1. Die Idee von Existentialbeziehungen zwischen Gebilden (nicht im Sinne der Existenzphilosophie zu verstehen!), obwohl sie von den Scholastikern gesehen wurde, ist in der Neuzeit weitgehend vernachlässigt worden; ich übernehme sie von Kurt Lewin (1922; vgl. auch Lang 1964; 1990). Ich halte sie für ungewöhnlich bedeutsam und folgenreich. Am leichtesten kann ich sie mit einem Beispiel verständlich machen.

- Beispiel: Zwischen einem Ei und einem Huhn im fortgeschrittenen Lebensalter besteht zweifelllos eine existentielle Beziehung des Auseinanderhervorgehens, obwohl nach aller Wahrscheinlichkeit nur ein kleiner Teil der im Ei schon vorhandenen Moleküle im Huhn noch da sind und sehr viele neu dazu gekommen sind. Diese Daseinsbeschreibung, die Ei und Huhn in eine Genesereihe bringt, ist völlig unabhängig von, und vor, irgendwelchen funktionellen oder Soseins-Aussagen, welche etwa erlauben mögen, aus der Kenntnis des Eis gültige Vorhersagen über gewisse morphologische oder verhaltensmässige Merkmale des Huhns zu treffen. Diese setzen aber jene voraus.

- Im Kontrast dazu gilt die Gesetzlichkeit etwa einer chemischen Reaktion nur bei restloser Genidentität zwischen vorher und nachher, also dann, wenn die reagierenden Stoffe eingeschlossen sind; würde auch nur ein Teil der Stoffe mit anderen ersetzt, so könnte die Reaktion ganz anders verlaufen. Ei und daraus hervorgehendes Huhn existieren also organismisch-biologisch als eine (genidentische) Entität, physikalisch jedoch als zwei völlig separate Entitäten.

- Der entscheidende Punkt besteht darin, dass kein physiko-chemisches Naturgesetz erklären kann, wie aus dem Ei das Huhn wird, obwohl alle Vorgäng dabei selbstverständlich kein physiko-chemisches Naturgesetz brechen oder verleugnen. Denn nur der kleinste Teil der Moleküle bzw. der Energie im Huhn waren ja im Ei schon vorhanden. Dieselbe Offenheit und Unbestimmtheit als physiko-chemisches System gilt übrigens während der ganzen Lebensdauer des Huhns; nur wenn es in fortwährendem Stoff- und Energiewechsel mit seiner Umgebung steht, lebt das Huhn. Es handelt sich beim Ei-Huhn um ein System, das die Erhaltungssätze von Materie und Energie nicht erfüllt und demnach durch keine physiko-chemische Gesetzlichkeit vollständig erklärt werden kann.

- Anderseits besteht sehr wohl Systematik bezüglich des Lebenslaufes des Ei-Huhns, ja darüber hinaus bezüglich seiner Vorfahren und Nachkommen, bezüglich Hühner oder Lebewesen überhaupt. Lewin hat gezeigt, dass neben der restlosen und vollständigen, von den Physikern-Chemikern bei ihren Experimenten vorausgesetzten Genesereihen (welche in den Erhaltungsaxiomen ihren Ausdruck gefunden haben) andere Genesereihen möglich sind und zB von Biologen, die sich mit Organismen oder mit Ahnenreihen oder mit Stammesgeschichte befassen, ganz selbstverständkch vorausgesetzt werden, ohne dass diese je ausdrücklich ausformuliert worden sind.

4.4.2. Für die biologen Genesereihen charakteristisch und im Beispiel entscheidend ist offenbar die Idee der Geschichtlichkeit dessen, was Ei und Huhn existenteill miteinandere verbindet. In der Keimzelle des Eis ist nämlich eine einmalige Struktur eingelagert, welche die Bio-Evolution bis zum Huhn mit all ihrer Systematik, jedoch ohne die Zufälligkeiten des tatsächlichne Werdens des Huhns in sich repräsentiert.

- Man kann das Genom dieses bestimmten Ei/Huhns hier und jetzt als das Zeichen (Repräsentanz) einer Semiose verstehen, als deren Referenz die Phylogenese des Huhns einschliesslich der Zygotenbildung fungiert, und deren Interpretanz im allgemeinen genetischen Code ausgedrückt durch die ihn bestimmenden und nutzenden molekularbiologischen Gesetzmässigkeiten lokalisieren. Diese physiko-chemischen Gesetze bestimmen zweifelsfrei darüber, was für Molekülbildungen aus essentiellen Aminosäuren überhaupt möglich sind und gebildet werden können. Warum aber überhaupt DNS-Ketten gebildet werden, und warum sie hier und jetzt gerade in dieser einmaligen Konstellation als Genom dieses Eis oder Huhns tatsächlich gebildet worden sind, ist ebenso das Ergebnis eines physiko-chemisch hinterher prinzipiell beschreibbaren, jedoch nicht vorhersagbaren historischen Prozesses. Dasselbe gilt für die Tatsache, dass bei gegebenen Genom gerade dieser einmalige Organismus aufgebaut wird. Dass die Synthese bestimmter Eiweisse, und nur dieser, möglich ist, determinieren Naturgesetze; wannwelchein welcher Weise gebildet und aktiv werden und was das für Folgen hat, ist wiederum ein einmaliger historischer Prozess, der den Naturgesetzen gehorcht, aber durch sie nicht eindeutig bestimmt ist. Das gleiche gilt noch einmal für das Schicksal, das dieser Organismus später in seiner Umwelt erfahren wird. Und hier liegt natürlich die Relevanz der Betrachtung für die Psychologie:

- Erstens ist es offenbar notwendig, für das Beschreiben des Werdens dieses Lebewesens nicht nur das Lebewesen selbst, sondern auch seine Umwelt zu berücksichtigen (also die auch in den biologischen Wissenschaften unentbehrliche ökologische Denkweise).

- Und zweitens ist angezeigt, den physiko-chemischen Daseins-Annahmen komplementär ein System von Existentialbeziehungen zu postulieren, welche der Einmaligkeit der historischen Vorgänge gerecht werden, ohne dass sie den Naturgesetzen, denen das Geschehen folgt, widersprechen.

4.5. Zusammenhang der drei verschiedenen Relationensysteme: Es wäre unsinnig, nicht anzunehmen, dass etwas (die Welt als solche) existiert und dass sie ihre Eigenschaften hat. Doch kann ich nicht wissen, was sie ist, ausser dass ich feststelle, wie sie mir erscheint und wie sie auf mich wirkt. Da ich partiell vorhersagbare Wirkungen der Welt auch auf andere (Menschen und sonstige Gebilde) feststellen kann, ist auch die Annahme sinnvoll, dass die Welt gegliedert werden kann, dass wenigstens einige ihrer Teile aufeinander einwirken. Insofern ich verschiedenartige Wirkungen von verschiedenen unterschiedenen Teilen aufeinanander festellten kann, muss ich auch die Möglichkeiten mehrerer unterschiedbarer Wirkungen auf mich annehmen; dh ich muss berücksichtigen dass meine Gliederung der Welt nicht die einzig mögliche ist. So möchte ich so weit wie möglich meine Beschränktheiten bezüglich Sicht auf die Welt "übersteigen" und versuchen, ob ich Ordnungen der Welt aus den verschiedenartigen (von mir festgestellten) Wirkungen ihrer (von mir unterscheidbaren) Teile aufeinander ausmachen kann; beide Festellungs- und Unterschiedungsweisen sind von meinen Wertseins-Weisen abhängig. Je nach der Art solcher Wirkungen von solchen Gebilden aufeinander (Soseins-Relationen) kann ich verschiedene Wirkungsreihen (Daseins-Relationen) unterscheiden. Soseins-Relationen, die nicht innerhalb von Daseins-Relationen gefunden werden, sind wahrscheinlich Schein-Relationen.

4.6. Kurzversion

4.6.1. Ich weiss, dass eine Welt ist.

4.6.2. Ich bin Teil von ihr.

4.6.3. Ich weiss aber nicht, was für eine Welt ist;

4.6.4. sondern kenne nur meine Sicht oder unsere und meine Sichten von ihr.

4.6.5. Auch die Gebilde und Wirkungen, die ich in der Welt feststellen kann

4.6.6. sind bedingt durch meine Sichten.

4.6.7. Meine und die Sichten anderer scheinen weitgehend, aber nicht vollständig, koordinierbar.

4.6.8. Soweit ich mich auf die festgestellen Wirkungen und deren Kordination mit Sichten anderer verlassen kann, sind meine Sichten nicht willkürlich, sondern so gut mit der Welt in Übereinstimmung wie ich es selber bin.

4.6.9. Es ist verlässlicher,

a) mehrere Sichten nebeneinander zu beachten;

b) die Sichten aber nicht miteinander zu mischen;

c) und Wirkungsbetrachtungen stets nur innerhalb ein- und deselben Sicht anzustellen.

4.6.10. Es wird nicht immer möglich sein, eine mehrere Sichten umfassende Über-Sicht zu gewinnen. In solchen Fällen muss ich das Verhältnis der Sichten zueinander pragmatisch, doch mit Verstand und Ethik anlegen und nutzen.

 

5. Psychologe Genesereihen: Die Psychologie bedarf (bedürfte endlich) einer klaren Explikation der ihrer Arbeitsweise zugrundeliegenden Daseins-Relationen. Es ist unwahrscheinlich, dass diese für alle vorliegenden "Psychologien" identisch sind. Umso zwingender ist ihre Explikation; denn Wissenschaften mit unterschiedlichen Daseins-Annahmen können notwendig einander nicht verstehen, weil ihre Soseins-Erkenntnisse schlimmstenfalls beliebig, bestenfalls komplementär zueinander sind. Im zweiten Fall sollten sie wenigstens (ähnlich wie die Teilchen- und Wellen-Physiker) voneinander Kenntnis nehmen. Dass biologe oder psychologe Genesereihen von den physischen scharf zu unterschieden sind, zeigt die Tatsache, dass wir ohne weiteres bereit sind, einen Organismus oder eine Person trotz Stoff- oder Informationsaustausch mit der Umgebung im Lauf der Zeit als mit sich selbst identisch zu verstehen.

5.1. Eine der Einteilungen, die das abendländische Weltverstehen dominiert, sonst aber bei Menschen nicht so üblich ist, betrifft die Separierung von sog. Materiellem und sog. Geistig-Seelischem. Es handelt sich dabei um naive Daseins-Annahmen; sie ist in der Antike anzutreffen, vom judäisch-christlichen Weltbild mit einer transzendentalen Erweiterung aufgenommen und in der Neuzeit (Descartes) zu einer allesbeherrschenden, aber deswegen nicht zwingenden, Selbstverständlichkeit geworden.

5.2. Während die Psychologie von der Materie-Geist-Dichotomie noch weitgehend bestimmt ist und mit ihrer sog. kognitiven Wende sich ihr in den letzten beiden Jahrzehnten noch einmal völlig unterzogen hat, haben die meisten Naturwissenschaften -- zum Glück nicht ganz alle, vgl. Wolfgang Pauli! -- den Dualismus zugunsten eines materialistischen Monismus aufgegeben. Bei manchen naturwissenschaftlich denken Psychologen hat deshalb auch die Beschäftigung mit "Psychischen" bloss einen vorläufigen Charakter. Wenn die Physiologie der Hirnprozesse einmal so weit sein wird, könne sie ersatzlos gestirchen werden.

5.3. Wie wir gesehen haben reichen allerdings Gesetze, die sich ausschliesslich auf abgeschlossene materiell-energetische Systeme beziehen, zur Erklärung von Lebensprozessen nicht aus, und dasselbe dürfte auch für Prozesse gelten, die wir gewohnt sind, psychologische zu nennen.

5.4. Die Notwendigkeit von Genesereihen bezüglich Daseins-Relationen: Wir müssen die beiden Gebilde, von denen wir einen Wirkungszusammenhang behaupten, unabhängig voneinander festellten können, und wir müssen den "Weg", das Mittel des Wirkungstransfers angeben können. Alles andere ist für mich nicht Wissenschaft, sondern Vermutung, Behauptung (wie Parapsychologie).

5.5. Die unmittelbarste Schwierigkeit aber für Psychologen, die nicht gewillt sind, das Psychische auf Materielles zu reduzieren, ist die Frage der Wechselwirkungen zwischen den beiden angeblichen Seinsbereichen. Während man das Problem des Übergangs vom Physischen zum Psychischen als Problem formuliert (Fechner!), aber nicht gelöst hat, haben die Psychologen das andere Problem des Übergangs vom Psychischen zum Physischen merkwürdigerweise überhaupt nicht aufgenommen bzw. den Parapsychologen, Löffelbiegern und andern Scharlatanen anheimgegeben.

5.6. Leider konnte und kann auch niemand in gültiger Weise angeben, was denn nun das Materielle oder das Geistig-Seelisch-Psychische eigentlich seien. Es handelt sich beim Leib-Seele-Problem mE um ein Pseudoproblem, das viele Irrwege erzeugt hat. Ähnlich wie der Materiebegriff in der modernen Physik seinen alten Sinn völlig verloren hat, sollten wir auch alle überkommenen Varianten des Begriffs des Geistig-Seelischen in wissenschaftlichen Zusammenhängen möglichxt bald völlig aufgeben.

5.7. Besonders irreführend ist wohl die Verwechslung des Psychischen mit dem Erlebten oder dem Erlebbaren. Der Begriff des Bewusstseins hat denn auch prompt eine Reihe von Begriffen des Unbewussten hervorgerufen, die verwirren, ohne der Sache etwas Sinnvolles beizufügen, was nicht ohne jeden Bewusstseinsbegriff genau so gut behandelt werden könnte. Es ist ja wohl nötig, zwischen Erscheinungsweisen und begrifflichen Fassungen eines Gegenstandes zu unterscheiden. Erleben erschient ja nur privat als Erleben; öffentlich erscheint es als Erlebnisbericht und muss notwendig alle Eigenschaften seines Mediums, zB Sprache, mit annehmen.

5.8. Dazu kommen methodische Probleme im Umgang mit dem sog. Psychischen, auf die ich hier nicht eingehen will.

5.9. Einen Einbezug von Bewusstseinsbegriffen in die Genesereihen halte ich für besonder hinderlich, weil sie ja nie als solche behandelt werden können, sondern stets nur in Form von Repräsentation in einem andern Medium, zB der Sprache.

5.10. Auch die dem Leib-Seele-Dichotomismus irgendwie parallele Scheidung der Welt in Objektives und Subjektives führt aus der Schwierigkeit überhaupt nicht hinaus. Sie hat überdies in der Psychologie den Nachteil dass gewisse Gebilde einen doppelten Daseins-Status beanspruchen müssen: ist das, was für eine gegebene Person das Subjektive ist, für den diese Person untersuchenden Forscher subjektiv oder objektiv oder beides? Besser keines von beiden!

 

6. Wirkungsvermittler zwischen psychologen Gebilden: Die Zweiteilung der Welt in die Daseinsbereiche des sog. Materiellen und des sog. Psychisch-Geistigen eignet sich nicht zur Konstruktion von durchgehenden Genesereihen. Das Fechnersche Programm einer allg. Psychophysik, obwohl gescheitert, bestimmt jedoch noch heute weitgehend die Psychologie. Ich schlage stattdessen vor, psychologische Genesereihen zu konzipieren, welche analog zu biologischen Genesereihen (zB von Genom zu Organismen zu Genom...) auf materiell-energetischen Gebilden als ihren Trägern "aufruhen", und deren entscheidende Wirkung auf andere Gebilde aber nicht darin liegt, dass sie als stoffliche aufgenommen werden oder energetisch Einfluss ausüben, sondern dass ihre strukturellen Merkmale "erkannt" und genutzt werden können

6.1. Ich betone noch einmal, dass kein Widerspruch zu den physiko-chemischen Naturgesetzen intendiert ist, wohl aber eine komplementäre Perspektive. Die Naturgesetze erklären das Mögliche an Wirkungszusammenhängen; Genesereihen bezüglich Information sind eine Voraussetzung jedoch das historischTatsächliche beim Werden, Wandel und Vergehen von Gebilden, welche durch Naturgesetze nicht vollständig bestimmt sind.

6.2. Ich möchte nicht missverstanden werden: Gebilde unter dem Aspekt ihrer Formation sind weder materiell noch geistig, bzw. sie sind ebenso materiell wie geistig. Diese Kategorien sind einfach unangemessen. Die meisten Formationen können gleichzeitig Gesetzen unterliegen, die unterschiedliche Daseins-Relation vorausetzen, oder die wir aus verschiedenen "Wirklichkeitsbereichen" kennen,. In erster Approximation und naiverweise (dh der Organisation unserer Wahrnehmungs- und Vorstellungsweisen erliegend) mögen wir zwei Daseins-Relationssystme unterschieden: ein Stofflich-Energetisch-Materielles und ein Psychisch-Geistig-Spirituelles, und dann darin auch vielleicht weitere Einteilungen vornehmen; aber wir werden Mühe haben (seit 4 bzw. 25 Jahrhunderten ist das schon der Fall!), diese beiden "Wirklichkeiten" aufeinander zu beziehen.

6.3. Ich kann das auch ganz trivial formulieren (für welche Klasse von Gebilden das gelten mag, ist zu untersuchen; sicher gilt es für höhere Lebewesen): es gibt Gebilde, die sind von anderen Gebilden bestimmt, ohne dass diese Bestimmung vollständig mit Gesetzen bezüglich Materie und Energie abgedeckt werden könnte. Insoweit dennoch bestimmte Wirkungen zwischen solchen Gebilden festgestellt werden können, sind komplementäre Gesetzmässigkeiten ausfindig zu machen. Dh die wirkungsempfangenden Gebilde müssen von den wirkungssendenden Gebilden erfahren können, ohne ihnen voll zu erliegen.

6.4. Es ist naheliegend, diese Wirkungsübergänge in biologischen und/oder psychologischen Genesereihen der skizzierten Art, mit der Übertragung von "Information" in Verbindung zu bringen. Ich möchte das nicht als falsch bezeichnen, möchte aber an dieser Stelle vom Gebrauch des Begriffs Abstand nehmen, um nicht einem eingenden Begriffsgebrauch Vorschub zu leisten. Das Verwirrende am Informationsbegriff, wie er heute meist verwendet wird, ist die Meinung, Information sei eine Eigenschaft eines Gebildes; da aber ein Gebilde von verschiedenen Subjekten unterschiedlich "gelesen werden kann, muss man wohl klar sehen, dass Information ein Beziehungsbegriff ist. Dieser Unterscheidung zwischen Dispositons- und Beziehungssbegriff entspricht die Unterscheidung zwischen einer zweistelligen und einer dreistelligen Relationenlogik in der Semiotik. Information ist angemessener zu verstehen als eine (von mehreren) Weisen des Wirkungszusammenhangs zwischen Gebilden. Die verbale Form des "Informierens" scheint dabei unverfänglicher, weil ein Ursprung und ein Empfänger mitgedacht werden müssen. (Vgl. dazu den Physiker Stonier (1990), welcher die Ansicht vertritt, das Grundbegriffsinventar der Physik sein um den Begriff der Information zu erweitern.)

6.5. Denn wenn ich nun behauptet habe, Begriffe von Materie bzw. von Psychisch-Geistigem seien nicht sinnvoll explizierbar, dürfte man mich mit der Frage konfrontieren, ob solches denn für Begriffe der "Information" oder dgl. in gültiger Weise möglich sei. Meine Antwort ist selbstverständlich: derzeit genau so wenig. Mein Vorschlag ist einfach: man sollte einmal versuchen, mit anderen als energetisch-bestimmbaren Wirkungszusammenhängen heuristisch vorwärts zu kommen. Das folgende ist ein solcher Versuch auf semiotischer Grundlage und unter Akzentsetzung auf die ökologische Schnittstelle zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt.

 

7. Stoff, Energie und Formation:Die meisten in dieser Welt vorfindbaren Gebilde sind durch stoffliche und energetische Deskriptoren allein nicht ausreichend bzw. nur unter gewissen Aspekten zu beschreiben und schon gar nicht umfassend zu erklären, da sie auch eine bestimmte Formation, das ist eine einmalige, historisch gewordene Anordnung von Stoff und Kraft in Raum und Zeit aufweisen. Das ist nicht vernachlässigbar, wenn ihre Wirkung auf andere Gebilde gerade auf ihre Formation zurückgeführt werden muss und durch Stoff und Kraft nur vermittelt wird.

Beim Riechen eines Artgenossen, beim Hören von Musik, beim Lesen eines Satzes wird zweifellos Stoff oder Energie von einer Quelle zum Sinnesorgan eines Individuums übertragen; aber nur deren raum-zeitliche Verteilung oder Formation interessiert den Empfänger. Und nur gerade insoweit diese Verteilung weder vollständig von Naturgesetzen bestimmt, noch völlig zufällig ist, wird der Empfänger informiert.

7.1. Mit Formation ist die historisch gewordene Anordnung von Stoff und Kraft gemeint. Sie sind deswegen so bedeutsam, weil viele von ihnen ein Potential zur Veränderung ihrer Umgebung enthalten.

7.2. Auch in der "Natur" kommen bereits solche Formationen vor, sei es in der Art wie Gebirge oder Flüsse liegen oder in der Witterung, im saisonalen Kommen und Vergehen der Fauna und Flora.

7.3. Viele solcher Formationen erscheinen uns allerdings als in dem Sinn zufällig, als es für ihre weitere und spätere Umgebung nichts Entscheidendes ausmacht, wie diese Formationen sind, während andere einen nachhaltigen und systematischen Effekt ausüben, für dessen Zustandekommen wir Regeln aufstellen können, ohne dass wir doch die Wirkungen vollständig vorhersagen könnten

7.4. Vor allem aber ist an die Wirkungen menschlichen Handelns zu denken. Der Mensch ist jenes Lebewesen, das am stärksten durch Bauen und Gestalten seine Umwelt verändert.

7.5. Lassen sich lebende von nicht lebenden Formationen unterscheiden (oder besser: ist eine Differenzierung von Gebilden möglich, welche derjenigen zwischen Lebendem und Nichtlebendem nahekommt, aber bereits semiotisch angelegt ist, dh auf Genesereihen abgestützt, welche nicht physikalische verstandene Existenz voraussetzen?)? -- Mir scheint, dass eine Antwort möglich ist, wenn man zweierlei Wirkungen von Gebilden aufeinander unterscheidet, die man am als (Be)Nutzung bzw. Erkennung des einen durch das andere Gebilde nennen kann. Es scheint Gebilde zu geben, bei denen diese beiden Wirkungsweisen bis zu einem gewissen Grade separtiert vorkommen, derart, dass nach Erkennung des andern Gebildes bezüglich seiner Nutzung eine gewisse Offenheit bestehen bleibt.

7.5.1. Reihen sich beispielsweise Moleküle zu Kristallen, so ist Erkennung zwingend mit Nutzung verbunden: ein in das Kristall passendes Molekül wird dadurch erkannt, dass es dem bestehendne Gitter angegliedert wird. Die Möglichkeit des Angegliedertwerdenkönnens ist für das schon bestehende Kristall nicht erfassbar, sondern exisitert nur für ein aussenstehendes Gebilde, dass sich über die Eigenschaften sowohl des Kristalls, wie eines in Frage kommenden Moleküls eine Vorstellung hat machen können und über ein Konzept der Passung--Nichtpassung verfügt. Ähnliches gilt wohl für osmotische Vorgänge an Membranen. Die Passierbarkeit eines Partikels wird durch die Membran dadurch herausgefunden, dass die Passage geschieht oder nicht geschieht; eine Alternative gibt es innerhalb des Systems Membran und Partikel nicht. Analoger Natur dürfte auch der Austausch von Energie in Wärmeform zwischen irgendwelchen Gebilden einschliesslich Organismen erfolgen (Phototaxis, Thermotaxis), mit Ausnahme von wechselwarmen Arten, die Kälte und Nähe aufsuchen bzw. der Warmblüter, die Kleider und Heizung benützen.

7.5.2. Schon die einfachsten Lebewesen scheinen jedoch bezüglich ihres Stoffwechsels über aktive Verfahren zu verfügen. Beispiele sind die Aufnahme von mineralischen Stoffen durch Pflanzenwurzeln. Da innerhalb der Wurzelzellen typischerweise nur ein Bruchteils des molekularen Druckes für benätigte Stoffe besteht als in ihrer Umgebung, ist in aller Regel keine osmotische Nahrungsaufnahme möglich. Die Zellen haben aktive Mechanismen entwickelt, indem besondere Carrier-Moleküle die für sie passierbare Zellmembran passieren, sie aussen mit bestimmten Molekülen, für die sie selektiv sind, "beladen" und mit ihrer Fracht die Membran wieder nach innen passieren. Diese Vehikel sind also zu gleich sensorische Systeme für bestimmte Stoffe und ihre Aktivität hängt vom Zustand der Pflanze ab. Steigt der molekulare Aussendruck über einen bestimmten Schwellenwert an wie etwa bei künstlicher Düngung, so wird der aktive Aufnahmeprozess allerdings durch passive Aufnahme ergänzt. Die aufgenommenen Menge der Stoffe ist von der angebotenen zwar abhängig, es jedoch eine deutlich nicht linear Funktion (????????).

7.5.3. Ähnliches ist auch bei den einfachsten Tieren zu beobachten, welche über sensorische Systeme zur Erkennung geeigneter Nährstoff verfügen, so weite ich sehe, unabhängig davon, ob er dann tatsächlich gebraucht wird. Zumindest können dieses Systeme parallel zur Nutzung der Stoffe dazu gebracht werden, das Lebewesen in eine Umgebung höherer Konzentration der erwünschten Stoffe zu bringen (Koshland 1980; Pittenger & Dent 1988).

7.5.4. Man kann von einer Spaltung der Wirkung sprechen: von ihrer ernährende Funktion separiert, sei es parallel dazu oder ihr vorausgehend, erfüllen die Gebilde, denen das Lebewesen begegnet, eine informierende Funktion. Bei niederen Tieren werden wir die informierende Funktion idR innerhalb des Funktionsbereiches der Ernährung verstehen. Bei höheren Arten kann die informierende Funktion aber auch in anderen Funktionsbereichen wie Individualerhaltung (Gefahr erkennen) oder Fortpflanzung wirksam werden. Bei der wahrnehmenden Systemen finden wir verhältnismässig bald nach der Herausbildung von Zentralnervensystemen separate Organe für die Aufbereitung verschiedener informativer Bedeutungen wie beispielsweise Lokalisaton von Gebilden in Raum und Zeit (Tektum ??????), Steuerung des Erregungszustandes (ARAS), Analyse von distinktiven Merkmalen (idR Grosshirnteile). Es wird interessent sein, von diesen grundlegenden Übedrlegungen zur Begegnung von Lebewesen mit anderen Gebilden her den essentiell semiotischen Charakter aller Interaktionen von Lebewesen mit ihrer Umgebung zu verstehen.

7.6. Formationen als Entitäten (vgl. oben)

7.6.1. Bezüglich Materie-Energie hat sich allg. Erhaltungssatz heuristisch als sehr fruchtbar erwiesen. Er besagt, dass alles Lokale Teil eines universellen Geschehens ist.

7.6.2. Bezüglich Form muss man offenbar das Prinzip aufgeben, da der lokale Prozess gerade nicht allein durch das universelle Prinzip erklärt werden kann. Es ist daher unvermeidlich, Formationen zu sammeln und zu ordnen und ihr Werden und Wirken in jedem einzelnen Fall zu bestimmen.

 

8. Formationen und Strukturen : Formationen sind dann für andere Gebilde unter dem Aspekt ihrer Formation besonders bedeutsam, wenn sie

(a) gegen den Widerstand ihrer Umgebung ihre wesentlichen Formationsmerkmale über die Zeit behalten und/oder

(b) in wesentlichen Formationsmerkmalen verdoppelt oder (annähernd) kopiert und damit im Raum und Zeit verbreitet werden können.

Solche Formationen nenne ich Strukturen. Strukturen kommen stets als konkrete Tokens vor; die meisten Strukturen bilden auch Types, lassen sich also zu Mengen von Tokens gruppieren, die untereinander ähnlicher sind als zu Mengen anderer Tokens. Strukturen sind typisch für den Bereich des Lebenden, der durch Beständigkeit und Selbstreplikation charakterisiert ist. Strukturen können auch durch Lebewesen (insbesondere Menschen in Kulturen) beständig gemacht und vervielfältigt werden.

8.1. Vermutungen über den Beginn des Lebens: Kristalle mit regelmässigem Aufbau und darin zufälligen Abweichungen, die bei geeignetem Bruch entsprechend weiter"wachsen" und also die entsprechende Formation vervielfachen.

8.2. Organische Moleküle mit Kopiermöglichkeit: DNA, RNA

8.3. Lebewesen sind sich selbst erhaltende Formationen (in einem Lebenslauf)

8.4. Lebewesen sind sich selbst replizierende Formationen (über Generationen und Stammesverzweigungen)

 

9. Ein Semiotisches Verständnis von Strukturbildungen:Der Vorgang der Strukturbildung, also des Entstehens von beständigen Formation, der meistens auf dem Wege über annähernde Kopierung geschieht, kann als triadische Zeichenrelation oder Semiose verstanden werden:

Wenn ein Formations- oder Struktur-"Original" in ein geeignetes "Milieu" gelangt, kann es sozusagen "interpretiert" oder in einer irgendwie aufs Original bezogenen Form "verdoppelt" oder in einer weiteren Struktur dargestellt werden. Für den Semiotiker C.S. Peirce sind die drei an diesem Vorgang oder in dieser Beziehung beteiligten "Instanzen" ein unteilbares Ganzes und als solches ein Zeichen. Die drei sind die notwendigen, ausreichenden und alle Komponenten des Zeichens, und keine der drei Komponenten hat diese bestimmte Bedeutung ausser in ihrer Triade. Ich nenne in teilweiser Anlehnung an Peirce das Strukturoriginal Referenz, das interpretierende Milieu Interpretanz, und die die triadische Verbindung "darstellende" Struktur die Repräsentanz des Zeichens. Die Semiose ist logisch eine Form der Verbindung von Gebilden; man kann sie auch als Prozess der Bildung von Gebilden verstehen. Funktional ist semiotische Strukturbildung die allgemeine Form von Speicherung oder Gedächtnisbildung.

9.1. Gedächtnis heisst, vom Original eine interpretierte Kopie herstellen (Semiose als Strukturbildung)

9.2. Gedächtnis nutzen heisst, von dieser Kopie als neue Ref eine neue Rep "herstellen"

9.3. Repräsentationsbegriff gewinnt so wesentlich anderen Sinn als üblich --> Rep ist nicht ein selbständiges, sich selbst genügsames Gebilde, sondern Bestandteil der triadischen Relation Ref-Int-Rep (ein bischen wie Teil einer Gestalt).

9.4. Modell ist "Organismus --> DNA", "DNA --> Organismus" bzw. Evolution der Arten

 

10. Perspektivität -- Komplementarität:Strukturbildungen wären bedeutungslos, wenn es damit sein Bewenden hätte. Strukturen im beschriebenen Sinn sind aber stets stabile Zustände (oder Fliessgleichgewichte) von Systemen, weder absolut geordnet noch völlig zufällig. Ihr Bedeutung liegt in der Aufrechterhaltung relativer und beständiger Ordnung. (Physische, perzeptive oder kognitive Gestalten sind gute Veranschaulichungen.) Jedes Gebilde kann nun semiotisch in einem Rollenwechsel einerseits als Repräsentanz einer Semiose, anderseits als Referenz einer weiteren Semiose gesehen werden. Dadurch sind semiotische Genesereihen konstituiert. Insoweit die Interpretanz der zweiten Semiose von derjenigen der Vorgängersemise differiert, ist Wandel möglich; insoweit die Referenz der Vorgängersemiose auch noch in der zweiten Repräsentanz wirkt, ist Konstanz gesichert. Beides zusammen konstituiert "Geschichte" von Gebilden. Bei jeder Semiose in der Kette könnte die Reihe anders laufen als sie läuft, ohne das Naturgesetze verletzt wären. Strukturwirkungen sind äquivalent der Gedächtnisnutzung.

10.1. Betonung der triadischen Relation: die Repräsentanz ist in bestimmtem Verhältnis zur Referenz infolge der Interpretanz.

10.2. In der semiotischen Logik gilt der Satz vom ausgeschlossenen Dritten nicht: ein Zeichen stellt nicht ein Objekt dar; sondern ein Zeichenträger (Rep) verweist auf ein Objekt (Ref) für einen bestimmten Wirkungszusammenhang (Interpretanz). Für jede Int wird aus Ref eine andere Rep.

10.3. Hier ist die Stelle, wo Geschichte wird. Ohne Widerspruch zu den Naturgesetzen, aber von ihnen nicht abgedeckt, werden in der Strukturbildungsgeschichte eines Gebildebereichs Weichen gestellt, welche jedesmal die weitere Geschichte anders leiten können.

  Inhalt

 

II. Psychologisch-ökologische Durchführung des semiotischen Ansatzes im allgemeinen (Kernthesen)

11. Intro-Semiose (semiotische Strukturbildungen im Lebewesen auf der Basis von externen Referenzen): Geht man davon aus, dass ein Lebewesen und seine Umwelt Gebilde(komplexe) sind, die in "historischer" Weise aufeinander einwirken können, so ist der Prozess der Wahrnehmung nichts anderes als eine Strukturbildung im beschriebenen semiotischen Sinn. Von Formationen in der Umgebung des Lebewesens (Referenz) wird durch seine perzeptiv-motivational-kognitiven Systeme (Interpretanz) etwas ausgewählt (Figurcharakter, Aufmerksamkeitsfokus) und in der Weise für das Lebewesen zur Wirkung gebracht, dass gewisse Aspekte der äusseren Formation nun auch "im" Lebewesen für kürzer oder länger repräsentiert, oder besser gesagt: in Form einer eigenen Struktur (Repräsentanz) verfügbar, sind. Die perzeptiv-interpretierenden Subsysteme des Lebewesens befolgen selbstverständlich die Naturgesetze; doch bedarf es zusätzlicher Bestimmungsstücke in der "Begegnung" von Referenz und Interpretanz, welche darüber bestimmen, durch was für eine Repräsentanz die verhaltenssteuernden Subsysteme des Lebewesens über die umgebende Welt informiert werden.

11.1. Merkwürdigerweise haben Psychologen für diese inneren Strukturen (das absolut zentrale Konzept ihrer Wissenschaft!) keinen allgemein akzeptierten Namen: Kognitionsstruktur, Gedächtnis, Schema(ta), Psyche, psychisdhe Organisation ... sind alles Bezeichnungen, die je besondere Aspekte davon betonen und im Gebrauch mehrdeutig sind.

11.2. Ebenen der Semiosen von Mikro bis Makro

11.3. Hirnstrukturen als prominenter Fall. Natürlich werden durch Intro-Semiosen materiell-energetische Strukturen hergestellt, bio-elektrische und bio-chemische. Aber es kommt ja nicht darauf an, was diese Strukturen physisch sind, sondern vielmehr darauf, welche Rolle sie in weiteren Semiosen als Referenz zu spielen vermögen. Weil die Physik-Chemie den formationalen Charakter der physischen Gebilde nicht ernsthaft thematisiert hat (eigentlich wird das nur in angewandten Disziplinen wie Geologie, Petrographie etc. gemacht), wissen wir darüber nahezu gar nichts. (vgl. Stonier 1990).

11.4. Frage der zeitlichen Erstreckung der Repräsentationsstrukturen ist sekundär

11.5. Wir bekommen als durch Wahrnehmung nicht ein Abbild der Welt, sondern eine Formation oder oder innere, mentale (in sehr allgmeinem Sinn) Struktur, die kürzer oder länger überdauern kann, nicht selbständig ist, sondern aus Ähnlichkeiten und Kontrasten und zu anderen mentalen Strukturen bestimmt ist, und welche ebenso über die ursprunggebende Welt informiert wie über das empfangende System. (Die alte Geschichte von zB Kants Anschauungsformen und Vernunftkategorien oder von Uexkülls Zecke und ihrer Merkwelt.)

11.6. Formation - Information - Formation (Struktur)

 

12. Extro-Semiose(semiotische Strukturbildungen ausserhalb des Lebewesens auf der Basis von internen Referenzen): Wenn wir das Ergebnis von perzeptiv-motivational-kognitiven Akten von Lebewesen als interne Strukturbildungen verstehen (und das bestreitet wohl niemand), dann ist eigentlich nicht einzusehen, warum wir dasselbe nicht auch den exekutiven Akten von Lebewesen zubilligen. Die meisten motorischen oder Handlungsvollzüge (einschliesslich der Lautäusserungen sowie eines Teils der humoralen Produktionen) hinterlassen in der Umgebung des Lebewesens eine transiente oder mehr oder weniger permanente Formation, von der wir sagen können, dass sie in irgendeiner Weise eine Repräsentanz ist für jene internen (mentalen) Strukturen, die zur Zeit des Aktes aktiviert waren, also für eine Referenz, welche durch die exekutiven Systeme als Interpretanz gerade so konkretisiert worden ist, dass die von aussen antreffbare externe Formation oder Struktur gerade so zustandekam.

12.1. Die "externe Seele" oder the "concrete mind" Heuristik

12.2. Merkwürdigerweise hat sich die Psychologie in ihrer Geschichte sehr wenig mit den exekutiven Akten (ausser in der Instinktpsychologie und in der Handlungstheorie) und praktisch gar nicht mit deren Ergebnissen beschäftigt. Produkte menschlicher Tätigkeit wurden und werden fast ausschliesslich als Indikatoren von inneren Strukturen eingesetzt. Auch die sog. Verhaltenspsychologie ist ja eine Psychologie der Reaktionen auf Stimuli; untersucht wird die Wirkung von Stimuli auf Verhalten, vermittelt durch mehr oder weniger explizit thematisierte innere Strukturen. Aber es wird nicht untersucht, wie Stimuli entstehen; diese werden offenbar irgendwie als gottgegeben angenommen bzw. vom Experimentator geschaffen.

12.3. Ich glaube, dass diese - hat man sie einmal begriffen - fast unglaubliche Asymmetrie der Betrachtung menschlicher Belange in der Psychologie ein Fechnersches Erbe darstellt. In eine Zeitalter des zunehmend dominanten Materialismus wollte Fechner zwar -- ausgelöst durch seine tiefe seelische Krise -- einen Gegenimpuls setzen, indem - leider ganz im Geiste des Materialismus -- das Psychische in Funktion des Physischen zu bestimmten versuchte. Das Unternehmen ist doppelt gescheitert: erstens ist sein Vorgehen, Psy = f(Phi) zu bestimmten, paradox im Lichte seiner Zielsetzung; zweitens ist dem Unternehmen das Gelingen versagt geblieben (die Log-Funktion ist nur Annäherung und sie hat etliche Konkurrenten). Anserseits hat er durch sein methodologisches Genie eine unglaubliche Welle ausgelöst, die bis heute psychologisches Denken bestimmt, ein materialistisches und reaktives Menschenbild wissenschaftlich verfestigt hat. Ein zweifelhafter Erfolg!

 

13. Ökologisches Verständnis von Strukturbildungen:Insofern vom Lebewesen vorgefundene externe Formationen in den internen Strukturen eine Repräsentanz finden, ist das Lebewesen in der Lage, mit seiner Umgebung verbunden zu bleiben ohne ihr durch Anpassung zu verfallen. Insofern das Lebewesen externe Formationen zu beeinflussen, ja herzustellen vermag, erweitert es seine Existenzbasis ganz erheblich und kann Wirkungen auf weitere Gebilde ausüben ohne seine direkte Präsenz. Insofern schliesslich viele dieser vom Lebewesen (mit)gestalteten, gebauten Formationen Strukturcharakter bekommen (also überdauern, sind Entitäten konstitutiert, die zwar nicht leben, aber wenigstens bezüglich "Information" viele Eigenschaften der mentalen Strukturen besitzen können und insbesondere geeignet sind, wie diese das Handeln von Lebewesen zu lenken.

13.1. Wäre die Verbindung Welt-->Lebewesen als zweistellige Relation voll beschreibbar, die Perzeption also ein Abbild der Welt, wie es der Psychophysiker gerne gehabt hätte, dann wären wir freilich Automaten. die Dreistelligkeit dieser Relation schafft den entscheidenden Unterschied. Ähnliches gilt für die exekutive Seite: ohne die dreistellige Relation: mentale Struktur (Ref) -- exekutives System (Int) -- exekutives Produkt (Rep), wären wir wie Mark Twains Mississippi-Dampferkapitän in sprachlicher Hinsicht, der ein vollständiges Sprachgedächtnis hatte und nur noch zitieren konnte, wie ein perfekter Papagei, alles was er schon gehört hatte (kurzgeschlossene Intro-Extro-Semiose auf der sprachlichen Ebene).

13.2. Analogie zur biologischen Evolution

 

14. "Partialverdoppelung":In Semiosen besteht also zwischen Referenz und Repräsentanz eine nicht ein-eindeutige Beziehung. Wir wissen aus der Bio-Evolution, dass genau die Replikations"fehler" bei der Gametenbildung und die Rekombinations"freiheiten" oder -"zufälle" bei der Zygotenbildung den entscheidenden Faktor der Entwicklung darstellen. Auf die so entstehenden Exekutiv-Formationen können dann die Selektionsbedingungen zugreifen und den naturgesetzlich möglichen und -- komplementär dazu zu verstehen! -- historisch-freien, tatsächlichen Lauf der Evolution bestimmen. Der Akzent liegt auf der partiellen, unvollkommenen, "fehler"haften, aber gerade dadurch kreativen Verdoppelung. Ökologische Intro- und Extro-Semiosen sind ausgesprochene "Meister" im Erzeugen von Varianten. Im Bereich des Psychologen herrscht Partialverdoppelung vor (Gedächtnismängel, Fehldeutungen, Interessendivergenzen, ...).

14.1. Metapher vom Gerücht oder Geschichtenweitergeben von Bartlett: jede neue Interpretation kann wieder etwas entstellen, obwohl das meiste erhalten bleibt; aber nach vielen Interpretation wird im Vergleich der Strukturenreihe schon Variation erkennbar.

14.2. Zum Verhältnis Träger--Bedeutung --> Gestalt

14.3. Die kreative Leistung der Partialverdoppelung auf der Herstellungsseite

14.4. Die selektive Leistung der Partialverdoppelung auf der Aufnahmeseite

14.5. Die Nichtbeliebigkeit der Partialverdoppelungen oder constraints der Geschichte: Gestaltidee.

 

15. IntrA-Semiosen und ExtrA-Semiosen:In Ergänzung zu den Extro- und Intro-Semiosen, welche die Wirkungszusammenhänge zwischen den beiden Hauptgebilden von M-U- oder ökologischen Systemen betreffen, sind auch Semiosen innerhalb jedes dieser beiden Hauptgebilde anzunehmen. Die Extra-Semiosen sind Gegenstandsbereich der Kulturwissenschaften einschliesslich der Soziologie; natürlich ist das Schicksal dieser von den sie ursprünglich produzierenden Menschen losgelösten Gebilden (Wegen, Grenzen, Malen, Räumen, Werkzeugen, Kultzeugen, Dingen, Ausfertigungen in Symbolsystemen aller Art etc.) nicht ohne Relevanz für spätere Intro-Semiosen. Mit Intra-Semiosen anderseits sind all jene Erhaltungs- und Transformationsprozesse interner Strukturen gemeint, die wir, wie Gedächtnis, Lernen, kognitive und motivationale Dynamik, Sprachlichkeit, Persönlichkeit, Selbst, etc., traditionell zum Gegenstandsbereich der allgemeinen Psychologie rechnen. Man wird fragen, was mit der semiotischen Betrachtung hier gewonnen ist; die Antwort ist: wenig oder nichts, ausser der Einsicht, dass interne Strukturen im Unterschied zu externen einem Forscher nicht direkt zugänglich sind und zu ihrer Zugänglichmachung ihrerseits semiotischer Repräsentanz bedürfen. Man mag als Gewinn oder Verlust von Illusionen buchen, dass eine radikal triadische Relationenlogik deutlich auf die Grenzen einer reinen Binnenpsychologie hinweist; aber das ist nichts Neues.

  Inhalt

 

 III. Eine Auswahl von näheren allgemeinen Bestimmungsstücken semiotisch-ökologischer Psychologie

16. Strukturebenen und -hierarchien:Die semiotische Logik ist sehr allgemein, sie sollte auf Mikro- wie auf Makrogebilde und alle Zwischenstufen -- lose ineinander und nebeneinander geschachtelt zu denken -- anwendbar sein.

Beispiele für eher Mikro: (physiol.) Licht (Ref) auf Rezeptorzelle in bestimmtem Zustand (Int) ergibt graduiertes Potential (Rep); Punktemuster auf Fläche (Ref) führt in der Gestaltwahrnehmung (Int) zu typischen Figurbildungen wie Viereck (Rep); Geräusch oder Bewegung (Ref) führen im Raumwahrnehmungs- und Aufmerksamkeitssteuerungssystem mittels typischen Augen- und Kopfbewegungen (Int) zur Erkennung der Quelle (Rep); ... ;

Eher Makro: Das allmähliche Zusammenpassen von mancherlei mehr oder weniger erprobten Ideen in meiner mentalen Struktur (Ref) führte in meiner Lage als Professor und angesichts der Institution des Institutskolloquiums (Int) zum Vorbereiten und Halten dieses Vortrags (Rep); Erziehungsmilieu (Ref) bei gegebenen Kind (Int) führt zu bestimmter Persönlichkeitsausprägung (Rep); ...

16.1. Mikro: Obwohl die Einwirkung zB von Licht (Ref) auf eine Rezeptorzelle im Auge physikalisch beschrieben werden kann, ist ist bereits dieser Mikroprozess semiotisch angemessener erfasst, weil nicht nur der aktuelle Zustand der Rezeptorzelle (Int) für die Wirkung des Lichts mitentscheidend ist, sondern auch, weil die Wirkung erst im Verband mit der Aktivität benachbarter Zellbereiche Bedeutung bekommt.

 

17. Werden Strukturen immer nur aufgebaut und nicht auch abgebaut? Externe Strukturen können zerfallen, zerstört werden. Über den Abbau von internen Strukturen wissen wir, abgesehen von den Folgen des Todes, wenig Verlässliches; Vergessen kann Abbau vortäuschen.

 

18. Dialektik unterschiedlicher Zeithorizonte von Innen- und Aussenstrukturen: Es ist leicht zu sehen, dass die in Öko-Semiosen involvierten Strukturen durch unterschiedliche zeitliche Dispositionen charakterisiert sind. Während alle Intra-Strukturen zwischen kurzfristig transient und lebenslang variieren können, gilt für externe Strukturen ein Intervall von transient bis zu vielen Generationen von Lebensdauern. Zwischen internen und externen Abläufen ist demnach eine Wechselwirkung zu erwarten, die von vollständiger Koordination bis zu spannungsgeladener Dynamik reicht. Bestens bekannt sind zB die circadianen und die Jahreszyklen, welche von der natürlichen Umwelt auferlegt und von den meisten Organismen intern annähernd dupliziert und dann zur Regulierung von Verhaltensabläufen genutzt werden. Ich vermute, dass zeitliche Diskrepanzen zwischen inneren und äusseren Strukturen bedeutsame Bedingungen der psychologischen Entwicklung sind. Die Divergenz zwischen phydischen und formativen Eigenschaften von Systemen wird bei Überdauern einer Form trotz wiederholter Erneuerung besonders deutlich (zB japanische Shinto-Schreine seit ca. 600 gleich trotz oder wegen Neubau alle 20 Jahre).

 

19. Raum-zeitliche Verteilbarkeitsmuster:Insofern die auf Formationen beruhende semiotische Wirksamkeit auf die physischen Eigenschaften der Strukturen angewiesen ist, ergeben sich unterschiedliche Wirkungsverbreitungsmuster. Innenstrukturen, konkret: Gehirne, sind lokal eng begrenzt und haben ihre Lebenszeit. Sie können nicht rascher aufgebaut werden, als es die kumulativ-integrierende Erfahrungsbildung im Laufe eines Lebens zulässt; deshalb sind sie als ganze einmalig und ihre direkte Duplikation ist ausgeschlossen, selbst eine ähnliche "Kopie" ist, wie die Zwillingsforschung belegt, eher durch die genetischen Anteile bestimmt als durch Erfolge sozialisatorischer Bemühung. Externe Strukturen anderseits sind örtlich und zeitlich verstreubar, viele von ihnen sind fast beliebig und bis zur Verwechselbarkeit kopierbar. Die abendländische Zivilisation hat den Einsatz von externen Strukturen vergleichsweise exzessiv erhöht. Grenzen bestehen jedoch aus den Folgen des Ressourcenumsatzes und in der Aufnahmefähigkeit bei den empfangenden Gebilden.

 

20. Freiheiten und Limitationen der Strukturenbildung: Wie Erfahrungen mit der Vorstellungskraft oder mit Traumgebilden nahelegen, können fast beliebige Innenstrukturen gebildet werden, obwohl eine Bahnung durch natürliche Dimensionen und Kategorien wie Räumlichkeit, Zeitlichkeit, Farbe, Form, Gestalt, etc. nicht zu übersehen ist und kulturelle Symbolsysteme wie Sprache sowie gemachte Erfahrungen das Feld weiter einschränken. Doch scheint mir, dass externe Strukturbildungen ausgeprägter als interne Einschränkungen unterliegen: man kann nicht gegen die Naturgesetze bauen oder bewegen, die Formbarkeit von Materialien ist beschränkt und Limitationen bestehen auch infolge natürlicher und kultureller Schranken und Knappheiten.

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IV. Inhaltliche Ausführung ökosemiotischer Psychologie unter Konzentration auf externe Strukturen

21. Autonomie (Eigenheit) und Integration (Zugehörigkeit):Angesichts der triadischen Relationenlogik bzw. auf dem Hintergrund der Behauptung, Lebewesen seien Gebilde, die sich gegen den Widerstand ihrer Umgebung erhalten und replizieren können, kann es nicht angehen, als oberstes Prinzip des Verhaltens von Lebewesen deren Anpassung an ihre Umgebung zu postulieren, wie es die evolutionäre Biologie und in der Folge sehr viele Psychologen tun. Ich versuche die semiotisch-ökologische Perspektive inhaltlich so anzulegen, dass den beiden Hauptteilsystemen einer ökologischen Einheit prinzipiell eine gleiche Wirksamkeit zukommt. Lebewesen können sich dann erhalten und replizieren, wenn sie alles tun, was ihre Eigenheit verstärkt, und wenn sie zugleich ihr Eingebundensein in die sie umgebende Welt ausreichend beachten.

21.1. Letzter Satz: Die Begründung für umweltgerechtes Handeln!

 

22. Pflege von Eigenheit unter Beachtung von Zugehörigkeit: Lebewesen haben zur Selbsterhaltung in erster Linie ihre physischen Organismen "gebildet", das sind Strukturen, welche Stoffe und Energie aus der Umgebung auswählen und umbauen, derart, dass sie ihre eigenen werden und erhalten bleiben können (zB art- und individualspezifische Eiweisse). Entscheidend scheint mir beim Organismus, dass er Stoffe und Energie "auf Vorrat hält", wodurch er sich von der Umgebung unmittelbar ein Stück weit unabhängig macht. Ich verstehe den Gegenstand von Psychologie als die informationsbezogenen "Vorratshaltungen" und Austauschprozesse mit der Umgebung. Wahrnehmende Subsysteme sind zunächst eine Spezialisierung auf das Erkennen von für die Eigenheitswahrung wichtigen Merkmalen in der Welt. Es ist akzeptiert, dass im Lebenslauf (durch Intro-Semiosen) die je persönlichen mentalen oder Intra-Strukturen aufgebaut und differenziert werden. Dies ist unmöglich ohne Inhalte, welche die natürliche und kulturelle Umwelt der Individuen bereithält; ganz von selbst entsteht so nicht nur eine einmalige IntrA-Struktur, sondern auch eine, welche, mittels Wahrnehmung etc., mehr oder weniger auf die Umgebung Bezug behält.

22.1. Analoges gilt für das Handeln.

 

23. Pflege von Zugehörigkeit unter Beachtung von Eigenheit:vom Gesichtspunkt des Genoms gesehen ist schon der Organismus eine Partialverdoppelung oder Externalisierung von dessen Struktureigenschaften. Diesem fast unverwechselbaren Ausdruck der Zugehörigkeit zu einer Art haben umweltverändernde Lebewesen weitere Ausdrucksmöglichkeiten von Zugehörigkeit beigefügt wie etwa den Nest- oder Höhlenbau. Der Eigenheitsausdruck ist typisch auf eher flüchtiges Verhalten beschränkt. Bei den kulturellen Lebewesen, insbesondere dem Menschen, gewinnen auch die permanteren Externalisierungen starke Tragkraft für Zugehörigkeit. Viele Kulturen kennen wir nur und trotzdem erstaunlich gut aus archäologischen Artefakten. Tatsächlich ist es sehr selten, dass Individuen völlig eigene Artefakte herstellen; selbst Künstler sind darauf angewiesen, etwas zu gestalten, was an Bisheriges anlehnt und es dennoch hinter sich lässt. handeln ist stets zu einem gewissen Grad eige und zugleich gemeinschaftsorientiert.

 

24. Die Kultur als externe Strukturen: Wohnen (zeichenhafte Orte und Raumstrukturen) und Dinge (Zeichen zum Brauchen, Bewundern, Verwünschen, Mitnehmen, Verbreiten, Zerstören,...) als Beispiele: Wir machen Dinge und Häuser, was machen diese Häuser und Dinge mit uns?

 

25. Kommunikative Funktionen externer Strukturen oder Semiosereihen:Wenn "hergestellte" Formationen in semiotischer Hinsicht Aspekte der herstellenden Person darstellen, so eröffnen sie ein Potential ihrer Nutzung durch Artgenossen und andere Lebewesen. In der art- und individualtypischen Morphologie des Körperbaus über das chemische, gestische und lautliche Verhalten bis zu den spontanen und/oder konventionsgeregelten Gestaltungs- und Symbolsystemen sind Strukturen verfügbar, an welche die Andern Intro-Semiosen anschliessen können. Ein kommunikativer Akt ist demnach eine Minimal"kette" oder Reihe von zwei Semiosen, wobei die Repräsentanz der ersten Extro-Semiose als Referenz der zweiten Intro-Semiose fungiert. Mit dem Begriff der Kommunikation ist der semiotische Prozess in Semiosereihen thematisiert, gewissermassen das Schicksal der Information auf dem Weg über die verschiedenen Trägerstrukturen.

25.1. Sender und Empfänger kann irgend ein Gebilde sein, Lebewesen oder externe Struktur

25.2. Selbstkommunikation mittels externer Vermittler (zB Tagebuch, Selbstgespräch)

25.3. Es ist nicht nötig, sich bei dieser Definiton mit Intentionalitätsfragen zu belasten.

25.4. Hingegen ist es möglich Fragen der Gerichtetheit von Extro-Gliedern zu stellen

25.5. Kommunikative Funktionen, nicht als Kategorien, sondern als Deskriptoren mit unterschiedlichem (bis dominierendem oder fehlendem) Gewicht

25.5.1. notativ (deskriptiv)

25.5.2. expressiv (

25.5.3. appellativ

25.5.4. phatisch

25.5.5. autonom (ästhetisch)

25.5.6. reflexiv (metakommunikativ)

25.6. Die Repräsentanz der Extro-Semiose scheint ein Angebot bezüglich der verschiedenen Funktionen zu enthalten; aber erst in der Intro-Semiose wird die Funktion erfüllt und eindeutig.

 

26. Regulative Funktionen externer Strukturen oder systemische Wirkungen von Semiosereihen:Wenn semiotische und kommunikative Prozesse nicht nur zu flüchtigen, sondern zu überdauernden, die beteiligten Gebilde verändernden Wirkungen führen, so lässt sich die Betrachtung auch auf diese Wirkungen in den Systemen richten und mithin den Semioseketten eine regulative Wirkung zuschreiben. Als Heuristik zur Beschreibung von systemischen Semiosewirkungen hat sich die Regulation von Eigenheit (Autonomie) und Zugehörigkeit (Integration in übergeordnete, zB soziale Systeme) der M-U-Einheiten bewährt. Wir untersuchen die Regulation der motivationalen Befindlichkeit (Aktivation), der sozialen Lage (Interaktion) und der Identitätsentwicklung (Selbstwahrung, Selbstentfaltung, Selbstpflege), insbesondere mittels externer Strukturbildungen.

26.1. Eigenheit -- Zugehörigkeit oder Autonomie -- Integration als Rahmenkonzept

26.2. Aktivationsregulation

26.2.1. Aktivationskonzepte ?

26.3. Interaktionsregulation

26.3.1. unter Artgenossen

26.3.2. mit dem Rest der Welt?

26.3.3. Sicherheit

26.3.4. Geselligkeit ?

26.4. Entwicklungsregulation

26.4.1. Selbstwahrung

26.4.2. Selbstpflege

26.4.3. Selbstentfaltung

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ZUSAMMENFASSUNG

Ökologische Psychologie, wie ich sie verstehe, ist eine Wissenschaft von Mensch-Umwelt-Systemen, welche eine eigene Existenz aufweisen, weder eine physische noch eine psychische. Denn das Physische und das Psychische sind nicht Daseinsklassen, sondern Betrachtungsweisen, "ungeschickte" übrigens. M-U-Systeme brauchen eigene Betrachtungsweisen, weder physische noch psychische noch aggregierte; sie sollen als Genesereihen in einer einzigen, homogenen Begrifflichkeit behandelt werden. Semiotisch gesehen sind M-U-Systeme komplexe Zeichensysteme, die bei vorherrschender Konstanz in einem ständigen Wandel des Auf- und Abbaus von transienten bis permanenten Strukturen begriffen sind. Sie setzen sowohl (interne) Neuronal-/Humoralstrukturen, wie auch (externe) natürliche und kulturelle Strukturen voraus und sind nur als Ganzes sinnvoll zu beschreiben. Die Erhaltung und der Wandel von M-U-Systemen beruht auf (Wechsel-)Wirkungen zwischen ihren Teilgebilden, die auf vielen Ebenen betrachtet werden können, von physikalisch-neurologischen bis hin zur personaler Identität oder zum lebensweltlichem Rahmen reichend.

Die Interaktionen zwischen den sämtlichen Teilgebilden innerhalb von M-U-Systemen sind durch stofflich-energetische Prozesse idR nicht ausreichend bestimmt, da die beteiligten Formationen oder Strukturen nur als Träger von informativen Prozessen dienen. In der Begrifflichkeit triadischer Semiosen können wesentliche Eigenschaften dieses systemischen Geschehens eingefangen werden. Die semiotische Betrachtung von M-U-Systemen kennzeichnet sie als historische Gebilde, deren Verhalten und Entwicklung man beschreiben und auch in Regeln zusammenfassen kann. Begründete Erwartungen über das künftige Geschehen bei bekannten Randbedingugnen sind möglich, nicht aber nomothetische Gesetzmässigkeiten im Rahmen einer zweistelligen Logik. Das Ziel der Psychologie wäre demnach, analog demjenigen von Linguisten, das Regelwerk oder die Geschichte und Grammatik des Handelns (Lexikon, Syntaktik, Pragmatik), dh des externen Formationenbildens, von Menschen und Menschengruppen zu schreiben. Man kann sich auf die externen Strukturen konzentrieren; denn nur diese sind zugänglich und für andere relevant. Achten sollten wir darauf, dass unser perspektivisches Regelwerk nicht normativ missverstanden wird.

Die Untersuchung der Interaktion von Menschen mit den von ihnen selbst gemachten externen Strukturen (Extro- und Intro-Semiosen mit Dingen, Orten, Institutionen, Kultur) ist direkter als die Untersuchung von Intra-Semiosen, welche die Psychologie bisher in den Vordergrund gestellt hat. Eine Heuristik, die alle Semiosen im Dienste des Erringens und Wahrens von zugleich hohen Graden von Eigenheit und Zugehörigkeit der Lebewesen versteht, hat sich für die Forschung wie für das praktische Handeln als günstig erwiesen.

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Literaturangaben

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